Pressespiegel


"Mit zartem Pinselstrich erwacht das Original"

Der folgende Artikel - geschrieben von Karla Götz - erschien in der Braunschweiger Zeitung vom 11.11.1993:

Wer die Braunschweigerin Barbara Benken in ihrem kleinen Ausstellungsraum Berliner Straße 102 besucht, tritt unvermittelt in eine Zauberwelt. Zarte Puppengesichter lächeln von Regalen. In Spitzen und Seide gewandete kapriziöse Französinnen konkurrieren mit ihren Geschwistern aus Thüringen, die vernünftige Baumwollkleidung tragen.

In einer mehrstöckigen Puppenstube geht es geschäftig zu, Lichter brennen, Betten werden gemacht, Tische gedeckt. Die Babypuppe liegt süß in der Wiege, Mulattinnen und Negerpuppen setzen mit exotischen Gewändern Farbsignale.

Antike Reproduktionen

Weit über 400 dieser Sammlerstücke hat Barbara Benken seit 1985 im Keller ihres Hauses produziert. Was als beiläufiges Hobby einer Hausfrau, deren Kinder flügge wurden, begann, hat künstlerischen Anspruch gewonnen. Reproduktionen antiker Puppen sind inzwischen ihre Spezialität. Den 17 Medaillen, die sie seit drei Jahren auf internationalen Kongressen errang, hat sie kürzlich die höchste europäische Auszeichnung für Puppenmacher hinzufügen können. In Sindelfingen erhielt sie in der Kategorie Babypuppen den Eurodoll-Preis, von der Punktwertung höher als eine Goldmedaille. Das preisgekrönte Kindchen, in eine Art Taufkleid aus stufig genähten antiken Spitzen gehüllt, liegt friedlich in der Wiege und hält das runde Eurodoll-Gold im Schoß. Es ist die originalgetreue Nachbildung einer Schönau und Hoffmeister aus Sonneberg in Thüringen, um 1920 entstanden.

(Foto mit Bildunterschrift: "Barbara Benken mit ihrer Eurodoll, einer originalgetreuen Nachbildung von Schönau und Hoffmeister aus Sonnenberg um 1920").

Im Gespräch verdeutlicht die Kunsthandwerkerin, die den amerikanischen Titel "Master of Dollmaking" trägt, wo die Schwierigkeiten der Reproduktion liegen. Das Biskuitporzellan für den Kopf muß sauber, ohne Bläschen gegossen sein.

Historische Formen läßt sie sich zuschicken und kann sie bis zu 50mal ausgießen. Rosé für die Hautfarbe muß danach ganz sanft auf weißen Grund aufgearbeitet werden. Die Wimpernstriche sind Präzisionsarbeit, mit feinem Pinsel unter der Lupe gefertigt. Körper, Glieder und Haare sind aus edlem Material, das sie von zahlreichen Firmen aus aller Welt bezieht. Eine Dokumentation von Bildbänden mit Nahaufnahme erleichtert die Nachbildung. Manchmal steht Barbara Benken vor der Frage, wo sie die Stoffe und Accessoires herbekommt, die das Puppenkind der Abbildung täuschend ähnlich machen.

Sie schwärmt von all den Messen und Kongressen, die sie europaweit besucht hat. So lernte sie die Schweizerin Rosemarie Kunz kennen, bei der sie jedes Jahr in mehrwöchigen Kursen ihre Kenntnisse vervollkommnet.

Little Björn

Einmal hat sich die Braunschweigerin schon ans Modellieren gewagt und eine eigene Form erstellt. Little Björn, benannt nach ihrem Sohn, sitzt mit fröhlichem Kindergesicht und buntem Hemdchen im Kindersitz. Demnächst soll auch noch die Tochter Heide hinzukommen. Die Braunschweigerin fährt inzwischen gar nicht mehr auf Messen. Sie hat einen großen Kundenkreis, dem sie ihre Arbeiten zur Auswahl zuschickt. Doch von ihrer Eurodoll würde sie sich niemals trennen.





Artikel in der Braunschweiger Zeitung vom 15. Mai 2001




Käthe Kruse Clubhändler


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Sooo viel Spaß kann
man mit einer Käthe-
Kruse-Puppe haben!


© Foto: Adriaan de Ruiter